Archiv der Kategorie: Gedichte

Lyrik von Maren Schönfeld

Engel im November

Schon ist der November da, der Geburtsmonat von Marina Savova und mir. Da liegt es doch nahe, sich die melancholische Zeit mit Engeln und fantastischer Musik zu verschönern. Die Pianistin Marina Savova kennen einige von euch bereits von Lesungen oder Preisverleihungen der Hamburger Autorenvereinigung, die sie musikalisch bereichert hat.

Seit längerer Zeit denken Marina und ich über ein Programm nach, das sich literarisch um Engel drehen und musikalisch dieses Thema aufnehmen soll. Da die Duineser Elegien von Rainer Maria Rilke eine Inspirationsquelle für meine Sammlung „Engelschatten“ ist und wir uns noch bis Ende Dezember im Rilke-Jahr befinden, haben wir das Programm entsprechend erweitert. Nun freuen wir uns sehr darauf, es euch zum ersten Mal am 17. November um 19 Uhr in Hamburg-Eppendorf präsentieren:

Aus Rilkes Duineser Elegien zu lesen, ist ein jahrzehntelanger Traum von mir. Ich hatte das handschriftliche Manuskript, das er 1922 an den Insel-Verlag schickte, ja vor einigen Tagen in Händen, ihr habt es im Blog gelesen. Das war ein unbeschreiblich bewegendes Gefühl. Wir werden die recht lange erste Elegie mit musikalischen Zwischenspielen unterbrechen und ihr werdet die Verbindungen erkennen, die es zu meinen Engel-Gedichten gibt. Für diese Veranstaltung braucht ihr euch nicht anzumelden.

Auch im November, nämlich am 21.11., gibt es von 14-15 Uhr wieder meinen „LiSa“ Salon im Stader FACHmarkt. Auch dort sprechen wir über das Thema Engel und werde ich aus dem Buch „Engelschatten“ einige Gedichte lesen. Vielleicht möchtet ihr ein Engel-Gedicht mitbringen, das euch begleitet? Das Salon-Format sieht so aus, dass wir eine Stunde im FACHmarkt ohne Speis und Trank, aber inmitten handgemachter schöner Dinge plaudern und die Möglichkeit haben, danach in einem Café in der Stader Innenstadt unseren Austausch fortzusetzen. Zu dem Salon könnt ihr nur mit vorheriger Anmeldung bei mir kommen, da der FACHmarkt sehr klein ist und nur wenige Personen darin Platz finden. Dadurch haben wir eine sehr nahe, gemütliche Atmosphäre. Wenn es mehr Anmeldungen als Plätze geben sollte, können wir den Salon wiederholen. Spontan vorbeischauende Gäste können wir leider nicht hereinbitten. Anmelden könnt ihr euch am besten per Mail an lisa@schoenfeld.blog, aber auch über das Kontaktformular hier auf der Homepage. Ich bedanke mich herzlich beim Team des Stader FACHmarkts für die Möglichkeit, meinen Salon dort zu veranstalten. Das Buch könnt ihr schon jetzt in meinem Fach anschauen und kaufen.

Die Skulpturen der „Gefundenen Engel“, die mich auch inspiriert haben, stammen von der Buxtehuder Künstlerin Marlis Dammann, ebenso wie die Fotos davon.

Gefundener Engel von Marlis Dammann, Buxtehude

Tag 6 – Das Inselschiff

Der Insel-Verlag mit dessen Inhaber Anton Kippenberg war bekanntlich Rilkes verlegerisches Zuhause. Mit Katharina Kippenberg schrieben er und seine Frau Clara Rilke-Westhoff sich sehr intensiv, auch nach Rilkes Tod pflegte Clara den Kontakt weiter. Ruth Sieber-Rilke übernahm gemeinsam mit ihrem Mann Christoph die schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe, ein Archiv mit Rilkes Manuskripten, Briefen, Tagebüchern und Fragmenten zu erstellen. Davon berichten Sieber-Rilkes in der Ausgabe der Verlagszeitschrift „Das Inselschiff“ aus dem Jahr 1942. Nach 15 Jahren des Ordnens und Zusammentragens, unter anderem haben sie viele Briefe Rilkes bei den Empfängern erbeten, gab es neben einer dicken Mappe mit Original-Briefen auch 19 Kästen mit Briefabschriften. Und eine Kartei mit 2.248 Karten hatten sie erstellt, mit sämtlichen Gedichten nach Überschrift und Anfangszeile. Dieses Archiv war in Weimar. Rilkes Adressverzeichnis umfasste 700 Namen! Ich wüsste gern, wie viele Stunden er täglich mit dem Schreiben und Lesen von Briefen verbracht hat.

Neben der Ausgabe des „Inselschiffs“ habe ich auch eine von 1927 gelesen, die viele Würdigungen Rilkes enthielt, der im Dezember 1926 gestorben war. Besonders interessant ist der Bericht über seine Beerdigung in Raron, die klein und in aller Stille erfolgte. Das passte wohl nicht jedem, aber ich hätte es mir kaum anders vorstellen können. Seine Grabstelle ist auf unbegrenzte Zeit eingerichtet worden, und vielleicht schaffe ich es noch, einmal dorthin zu fahren und eine Rose auf sein Grab zu legen. Bis dahin ist er mir sehr gegenwärtig in seinen Werken.

„Das Inselschiff“ war 1927 ein dickes Buch, das den Freunden des Insel-Verlags zugesandt wurde. Es enthielt Vorabdrucke, Fotos, Handschriften-Faksimile, kurze literarische Texte und Ankündigungen des Verlags. Natürlich kenne ich die Insel-Bände mit den hübschen Buchdeckeln, aber diese Zeitschrift begegnete mir erst vor Kurzem, als ich eine Ausgabe geschenkt bekam. Jetzt ist sie mir hier in Marbach wieder begegnet und langsam bekomme ich Lust, weitere zu lesen. Wer also noch eins im Schrank hat: gerne anbieten!

Tag 5 – Exkursion zu Kempo und Rühmkorf

Mit im Gepäck nach Marbach, glücklicherweise im Handgepäck, denn das aufgegebene Gepäck ist noch immer irgendwo verschollen, aber das ist eine andere Geschichte… mit im Handgepäck also hatte ich das Original eines Briefs von Peter Rühmkorf, in dem er meine zugegebenermaßen noch nicht ausgereiften lyrischen Erstversuche als „gute Hausmusik“, aber immerhin „teils lässig, teils schmissig“ bezeichnet hatte. Denn der Bibliothekar, der dessen Nachlass hier in Marbach verwaltet, hatte vor meiner Reise mein Angebot angenommen, diesen Brief mit in den Nachlass aufzunehmen. Was ich nicht wusste: Rühmkorf hatte schon unsere Korrespondenz mit in den Nachlass genommen (statt sie wegzuwerfen, wie ich annahm). Was ich heute aus dem sehr netten Gespräch mit den zuständigen Herren des DLA erfuhr: Rühmkorf hat offenbar gar nichts weggeworfen. Der Nachlass umfasst über 500 Archivkästen an Papieren. Jeder Kasten beinhaltet einen Umfang von etwa der Menge, die in zwei Aktenordner passt. Das macht also 1.000 (tausend?!) Aktenordner. Wie viele Blätter passen in einen Aktenordner? Ich will es gar nicht wissen… Fotos und andere Medien sind extra in noch mal… ­ich glaube, er sagte 80 Kästen. Meine Hochachtung vor den Bibliothekaren! Ich hatte ja keine Ahnung, was für eine wunderbare und anstrengende, geduldige Arbeit sie leisten. Jedes einzelne Stück wird erfasst, katalogisiert, digitalisiert und in das riesige digitale Archiv in Marbach eingepflegt. Ihr könnt übrigens selbst nachschauen, was es dort so gibt: https://www.dla-marbach.de/katalog/

Bei dem sehr netten Gespräch und der Einladung zum Kaffee erzählte ich noch ein bisschen von den beiden Literaturseminaren bei Walter Kempowski 1999 und 2000, für mich eine prägende Erfahrung im Prosaschreiben. Dort lernte ich auch Peter Rühmkorf kennen und einige andere Berühmtheiten, die nach dem offiziellen Teil des Seminars in Kempowskis von ihm so bezeichneter „Lotterecke“, bestehend aus großen Ledersofas, viel Wein tranken und dies und das rauchten, während der Gastgeber längst mit Ohropax im Bett lag. Man sagt, es sei dort zu späterer Stunde wild zugegangen, vor allem bei den Referenten und Gästen, die in Nartum übernachteten. Da war ich aber schon im Hotel, spießig wie ich war und bin, und schrieb mir noch einiges auf, was ich am Tag gelernt hatte. Und saß am nächsten Morgen mit gezücktem Bleistift vor Kempo, der in einer Hand seine Notizen und in der anderen die Fliegenklatsche hielt und, wenn eine Fliege kam, zielgerichtet zuschlug, ohne den Vortrag zu unterbrechen. Seine Vortragsunterlagen für das Romankonzept habe ich gestern schon eingesehen, die liegen hier in Marbach, aber der eigentliche Nachlass liegt in Berlin. Ist ja nicht so weit weg von Stade.

PS: Nein, es hat mich nicht umsgeworfen. Vielleicht am Anfang, aber mein Partner baute mich liebevoll auf und schaffte es, mir diese Zeilen als Ermunterung zu verkaufen, und ich ging dann motiviert an die Arbeit…

Marbach-Blog Tag 1

24.10.26

Als ich gestern ankam, war es schon dunkel, und so führte mein erster Spaziergang mich durch den dunklen Park auf der Schillerhöhe. Ich ging neben einer dunklen Weite, in der sich Lichter in unterschiedlichen Farben weit entfernt zeigten und die heute, bei Tageslicht, einen Panoramablick über die Landschaft bot. Aber gestern, nach der langen Fahrt, wollte ich mich einfach noch etwas bewegen und wanderte rollatorig straßauf und straßab bis zum Supermarkt, in dem ich eine Viertelstunde vor Schluss noch einiges erstehen konnte, was nicht von der bereits gereinigten Schneidemaschine an der Frischetheke abhing. Die Taschen an den Rollator gehängt und wiederum straßauf und straßab zum Collegienhaus zurück. Auf dem Hin- und Rückweg pausierte ich auf einer Bank vor der Evangelisch-methodistischen Kirche und freute mich darauf, am Sonntag hier zum Gottesdienst zu gehen.

Mein Appartement im Collegienhaus hat sogar eine kleine Terrasse mit hohen Bäumen am Parkrand, auf der ich heute eine Weile in der Sonne saß. Aber natürlich war die Rilke-Ausstellung mein Ziel, und ich blieb den ganzen Tag über dort, um Handgeschriebenes, meist in Sütterlin, zu lesen. Kleine Zeichnungen waren auch dabei, die Rainer Maria Rilke vielleicht als Gedächtnisstütze oder als Schreibimpuls zum dazugehörigen Text angefertigt hatte, meist mit Bleistift. Er schrieb so klein und ohne Zeilenzwischenraum, dass ganze Gedichte auf eine winzige Seite passten. Herrliche Stunden hatte ich inmitten dieser seiner Dinge, ich sah sie vor meinem geistigen Auge auf seinem Stehpult liegen oder auf einem kleinen Tisch, auf dem er sie abgelegt hatte. Oder ich sah seine Hand in einer Jackentasche verschwinden und mit dem Notizbuch wieder hervorkommen, in der anderen den Bleistift, konzentriert den Blick erst ins Weite und dann aufs Papier richtend, um einen Entwurf niederzuschreiben.

Rilke meinte, man müsse auf Verse warten, könne sie nicht erzwingen. Ich glaube das auch. Natürlich kann ich mich jederzeit hinsetzen und schreiben, und natürlich kommt etwas Brauchbares dabei heraus, wenn ich mein Handwerk beherrsche. Aber ein Gedicht, das Kraft hat und stark ist, das muss wachsen, manchmal wochenlang oder noch länger. Und eines Tages ist es soweit, ist es reif wie eine Frucht, die ihren höchsten Reifegrad erreicht hat und genau in dem Moment gepflückt werden muss. Dann muss das Gedicht geschrieben werden und dann ist meist zumindest der größte Teil relativ klar. Rilkes erste Duineser Elegie steht in winziger Schrift in einem kleinen Notizbuch, vielleicht DIN A6 groß, inmitten anderer Notizen, auf kariertem Papier ohne freie Zwischenzeilen: Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen? Und gesetzt selbst, es nähme einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem stärkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang, den wir noch gerade ertragen, und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht, uns zu zerstören.  Die erste Korrektur setzt er erst einige Zeilen später, und es sind insgesamt wenige Korrekturen in dieser ersten Fassung. Denn er hat gewartet, bis sich die Worte und Verse in seinem Innern verfestigt hatten. Dann brauchte er nur noch aufzuschreiben, was in ihm klang und ihm diktiert wurde. Dennoch entbindet so ein Geschenk nicht von der Pflicht zur kritischen Bearbeitung in späteren Schritten.

Heute habe ich nicht die gesamte Ausstellung konzentriert angesehen. Ich werde in den kommenden Tagen noch mehrmals dort sein und nur solange bleiben, wie ich konzentriert lesen kann. Ein Sütterlin-Alphabet fand sich im Internet und kann mir zumindest bei sauberen Handschriften helfen. Ich fühle mich an meine Zeit in der Berufsausbildung erinnert, als wir Lehrlinge beim Grundbuchamt Einträge aus den alten Grundbüchern abschreiben mussten, die damals noch als gebundene Papierbücher, ungefähr im Format DIN A3, handschriftliche Einträge enthielten, nicht selten in Sütterlin. Es ist doch spannend, wie sich das erworbene Wissen im Laufe der Lebenszeit miteinander verbindet, auch wenn es aus ganz unterschiedlichen Bereichen stammt.

Meine Orte von heute

Hamburg-Impressionen

Einladung zur Finissage mit Live-Musik und Lesung

(c) AJ PhotoArt Hamburg

Seit vielen Jahren verbindet mich eine Freundschaft mit der Künstlerin Hanna Malzahn. Illustration, Malerei, Fotografie und Druckkunst sind ihre Tätigkeitsfelder. Ich habe zu ihren Bildern Gedichte geschrieben und wir haben schon vorher bemerkt, dass wir thematische Überschneidungen in unseren Arbeiten haben. So ist das urbane Leben für uns beiden inspirierend, und unsere Werke fanden fast von allein zusammen. Unser gemeinsames Buch „Träume geistern entfesselt durch Straßen“ gibt es als Bild- und Wortband nur bei uns, nicht im Buchhandel.

Mein bester Freund Thomas Styhn, seines Zeichens Gitarrist und Komponist, komponierte und arrangierte ein Musikvideo zu meinem Buch „Töne, metallen, trägt der Fluss – eine lyrische Elbreise“, das ich zur Coronazeit in eine Onlinelesung einbaute. Auch andere Kooperationen zwischen mir und Malern/Musikern spielen für das Buch eine Rolle, aber Thomas, sein Freund Henrik Althaus (Keyboard/Flügel) und ich haben jetzt die besondere Situation, dass wir in Hamburg-Niendorf live lesen und spielen. Denn Hanna lud uns zur Vernissage einer Ausstellung ein, die sie zusammen mit ihrer Freundin AJPhotoArt aus Hamburg durchführt. Wir freuen uns alle sehr auf diesen Abend und heißen euch herzlich willkommen.

Es ist besonders für mich, dass wir den Song, den Thomas zu meinem Gedicht „Elbabend“ komponiert hat, live mit dem Gedicht zusammenbringen. Es ist auch besonders für mich, dass ich Thomas und Henrik mit ihrem Talent, stimmig und berührend Atmosphären der Bilder aufzufangen und mit Tönen fortzuführen, meine Texte zur Seite stellen darf. Und natürlich ist es wieder einmal eine Freude für mich, mit Hanna eine Veranstaltung zu haben und für einen Abend Teil dieser faszinierenden Fotowelt von AJPhotoArt und ihr sein zu dürfen.

„Hamburg Impressionen“: unter diesem Motto zeigen die Hamburger Fotokünstlerinnen AJ PhotoArt und Hanna Malzahn ihre Werke
Die beiden Hamburger Künstlerinnen Hanna Malzahn und AJ PhotoArt präsentieren einen vielfältigen Spaziergang durch ihre Heimatstadt, unter dem Motto Hamburg-Impressionen.
Die zentralen Werkzeuge beider Fotografinnen sind Licht, Schatten, Komposition und Atmosphäre, die in den stimmungsvollen Aufnahmen eingefangen wurden.
(Berenberg-Gossler-Haus)

Das Programm:

Der Eintritt ist frei.

Übrigens findet ihr das Video auch hier im Blog: https://schoenfeld.blog/bucher/eine-seite/toene-metallen-traegt-der-fluss/

Letzte Chance auch, um ein Exemplar der Restauflage des Buchs zu ergattern – bevor es demnächst neu erscheinen wird; dann mit Multimediakomponente. Lasst euch überraschen.

Kommt ihr vorbei?

Links zu AJPhotoArt und zu Hanna Malzahn

Links zu Thomas Styhn und Henrik Althaus

Einladung zur Online-Lesung am 1 .2. um 17 Uhr

Liebe Freundinnen und Freunde,

meine Literatursaison startet in diesem Jahr mit einer Online-Lesung aus der internationalen Poesie-Anthologie „Language of Water“ mit Gedichten von 62 Poeten aus 22 Ländern weltweit. Ich freue mich sehr, wieder mit einem Gedicht dabei zu sein. Alle Gedichte sind in der jeweiligen Muttersprache und auf Englisch im Buch enthalten und werden auch so vorgelesen.

Musikalisch ist wieder Thomas Styhn mit seiner Gitarre und Videos dabei, einige von euch haben ihn bei den vergangenen Online-Lesungen dieser Reihe bereits erlebt. Diese Lesungen, die wir schon aus fünf zurückliegenden Anthologien durchgeführt haben, sind zu einer Art internationalem Poesie-Familientreffen geworden. Es gibt 2026 insgesamt vier Lesungen, ich bin bei der o.g. als Lesende dabei und bei den anderen als Gast. Ihr könnt auch als Gäste dabei sein. Bitte schreibt mir dafür eine Mail an maren@schoenfeld.blog oder über das Kontaktformular, damit ich euch den Registrierungslink schicken kann.

Seid ihr dabei? 🙂

Infos zum Buch gibt es hier: http://expeditions-publishing.com/product/language-of-water/

„Bleiben ist nirgends“: Rilke zum 150. Geburtstag

Viele von euch kennen den Klarinettisten Harald Maihold von meiner Lesung nach dem Kurzgeschichtenpreis der Hamburger Autorenvereinigung, die im Teehaus in den Wallanlagen stattfand. Harald hatte eine Suite komponiert, in denen er Noten nach Buchstaben meines Namens verwendete und sich pro Satz auf eins meiner Bücher konzentrierte. Uns beiden hat diese Veranstaltung große Freude bereitet.

Während ich in ganz anderen Themen steckte und mein schriftstellerisches Leben 2025 nahezu auf Eis lag, hat Harald zusammen mit seiner Frau Rahel ein wunderbares Format entwickelt, das wir euch nun präsentieren dürfen. Mein Leib- und Herzdichter Rilke, dessen Werk eine große Inspiration für mich ist, steht dabei im Mittelpunkt.

Nun kehren Harald und ich zusammen mit Rahel Rabea Holtz-Maihold sowie der Fagottistin Amy Isard ins Teehaus zurück und freuen uns auf euch, um mit einer magischen Performance aus Lyrik und Musik, gepaart mit Einblicken in Schriftstellerleben und in meine Lyrikkonzeptionen, Rilkes Geburtstag zu feiern.

„Bleiben ist nirgends“: Rainer Maria Rilke zum 150. Geburtstag
Lyrik von Rainer Maria Rilke und Maren Schönfeld
Klassische Musik für Klarinette und Fagott von Beethoven, Mozart u.a.

Teehaus in den Wallanlagen
Planten un Blomen (neben der Eisbahn)
Zeit: Dienstag, 2. Dezember 2025, 19 Uhr

Vortrag/Lesung:   Rahel Rabea Holtz-Maihold und Maren Schönfeld
Musik:  Harald Maihold (Klarinette | Bassetthorn ) und  Amy Isard (Fagott)

Am 4. Dezember 1875, vor 150 Jahren, wurde der Dichter Rainer Maria Rilke geboren, dessen Gedichte nach der Weimarer Klassik und Hölderlin als letzter Höhepunkt der deutschsprachigen Lyrik gelten. Aber auch seine Briefe und seine Übersetzungen französischer Dichter haben ihn als Schriftsteller bekannt gemacht. Mit einer Auswahl seiner Werke werden wir an diesen bedeutenden Lyriker erinnern. Auf der Suche nach der Aktualität des Dichters werden den Texten von Rilke inspirierte Gedichte aus unserer Zeit gegenüber-gestellt, die aus der Feder der Lyrikerin Maren Schönfeld stammen, die u.a. 2017 mit dem Lyrikpreis der Hamburger Autorenvereinigung ausgezeichnet wurde.

Veranstalter: AWO Landesverband Hamburg, in Kooperation mit der Hamburger Autorenvereinigung
Eintritt: 6 Euro, auch für HAV-Mitglieder
Kartenvorbestellung per E-Mail an sabine.witt@awo-hamburg.de

Zwei schöne Lesungen

Sulamith Sommerfeld, Maren Schönfeld, Thomas Dunse; Foto: Laura Dunse

Der Herbst ist nun da und mit dem Ende der Sommerpause gehen auch die Lesungen wieder los. Im Oktober freue ich mich auf die gemeinsame Lesung „Lyrik im Contor“ mit Sulamith Sommerfeld und Thomas Dunse am 25.10. in Stade mit demselben Programm wie schon im Februar. Auch dieser zweite Termin ist fast ausgebucht! Restkarten sind noch in der Buchhandlung Contor in Stade zu bekommen. Für Detailinfos schaut bitte auf meine Lesungs-Seite.

Der wunderschöne Ringbuch-Kalender der Hamburger Autorenvereinigung ist nun erschienen. Ich bin begeistert über das Format mit großzügigem Schreibplatz und mit vielen Geschichten und Gedichten der Kolleginnen und Kollegen aus der HAV. Am 29.10. werden wir daraus vorlesen und freuen uns auf zahlreiche Gäste. Den Kalender kann man sogar käuflich erwerben, jedoch nicht im Buchhandel, sondern ausschließlich direkt bei der HAV.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen bei einer der Lesungen!

Gedichte zum Anhören

Diesen Monat hat die wunderbare Schauspielerin Kornelia Kirwald einige meiner Gedichte in ihrer Radiosendung „Gedicht der Woche“. Hört doch mal rein!

R a d i o : GEDICHT DER WOCHE

Im September genießen Sie Werke von Maren Schönfeld aus ihrem Buch „Töne, metallen, trägt der Fluss“ – montags 06:30 Uhr, mittwochs 07:15 Uhr, samstags 12:30 Uhr und sonntags 19.00 Uhr auf TIDE.radio

https://www.tidenet.de/radio

https://kirwaldhamburg.de/

Außerdem habe ich eine neue Seite hier auf schoenfeld.blog mit Video- und Audiodateien für Euch angelegt, schaut doch mal vorbei: Zum Hören und Sehen

Der Sommer neigt sich…

… schon ein wenig in Richtung Herbst. In meinem Stader Schreibdomizil der Stille sind schon erste Kastanien gefallen. Die Hortensien zeigen sich in allen Stadien gleichzeitig und mir fiel bei ihrem Anblick ein Gedicht wieder ein, das ich vor fast genau zehn Jahren geschrieben habe.


Blaue Hortensie
mit Gilb durchwirkt wie
poröses Papier
auf verblassende Blüten
schreibt der Tag Initiale

(aus meinem Gedichtband „Die Peripherie des Lichts„)