Stade und Eppendorf

Im Mai 1995 hatte ich meine ersten Lesungen in meiner Heimatstadt Stade, wo ich damals noch wohnte und wo ich jetzt wieder wohne. Also fast genau 31 Jahre später, am 13. Juni 2026, hatte ich meinen ersten „LiSa im FACHmarkt“: einen literarischen Salon in dem gemütlichen Stader FACHmarkt voller selbstgemachter, hochwertiger Kostbarkeiten. Ich mag es, an Orten wie diesem vorzulesen und mit literaturaffinen Menschen ins Gespräch zu kommen. Mein Salon ist keine reine Vorleseveranstaltung, sondern eine Buchvorstellung im Rahmen einer Gesprächsrunde zu einem Thema, zu dem auch dasjenige meiner Bücher passt, das an dem jeweiligen Termin von mir vorgestellt wird. Gestern war es meine neue Haiku-Publikation „Morgentau am Deich“ aus dem Rotkiefer Verlag Berlin, erschienen im März dieses Jahres.

Mein neues Haiku-Heft aus dem Rotkiefer-Verlag

In kleiner, feiner Runde waren wir ins Gespräch über Haiku im Besonderen das Schreiben im Allgemeinen und das Schreiben im Allgemeinen vertieft. Da wir nach der Öffnungszeit im FACHmarkt waren, konnten wir noch exklusiv stöbern und uns in handgefertigte Holzherzen, feine selbstgemachte Taschen, köstliche Marmeladen und andere Spezereien verlieben. Anschließend blieben vier von uns noch zusammen und saßen bei Kaffee und Käsekuchen in der „Drogerie“ schräg gegenüber. Diese kleine Runde von Menschen, die zwar mich, aber einander vor dem Salon nicht gekannt hatten, blieb bis zum Abend im Gespräch. Wie mich das bereichert hat! Was gibt es Schöneres?

Wer Lust hat, an einem Salon teilzunehmen, melde sich bitte bei mir per E-Mail an maren@schoenfeld.blog. Ich nehme Euch dann auf die Einladungsliste. Da maximal zehn Personen im FACHmarkt Platz finden, ist eine Anmeldung nach Zugang der jeweiligen Einladung zwingend erforderlich.

Poesie im Park mit meinen Engelgedichten

Schon am 20. Juni um 15 Uhr gibt es eine weitere ungewöhnliche Aktion: Auf Einladung von Peter Will (Martinus-Gemeinde) darf ich bei einem Spaziergang der Reihe „Poesie im Park“ vier Engel-Gedichte an vier Stationen des Eppendorfer Parks vortragen. Miteinander darüber ins Gespräch kommen können wir zwischen den Stationen und anschließend im Restaurant Martini in den Bethanienhöfen. Der Spaziergang dauert eine Stunde und ist auch für mich mit Rollator zu bewältigen. Hierfür braucht Ihr Euch nicht anzumelden, sondern könnt einfach zu 15 Uhr, besser etwas eher, am Treffpunkt erscheinen. Von dort gehen wir gemeinsam mit Peter Will los.

Die Teilnahme an den Spaziergängen ist kostenlos. Treffpunkt für alle Spaziergänge ist der Eingang des Eppendorfer Parks gegenüber Martinistraße 52 / Eingang-Ost des UKE (in der Nähe der Bushaltestelle „Eppendorfer Park/UKE“) unter den Kastanienbäumen. Dauer des Spaziergangs circa eine Stunde. Bei durchgehendem Regen findet kein Spaziergang statt. Weitere Informationen am Veranstaltungstag bis 12 Uhr im Internet unter www.nebenan.de. Ihr könnt mich bei Fragen unter 0170 7300540 auch gern anrufen.

Hier seht ihr noch eine kleine Bildergalerie vom Pirckheimer-Treffen und dem Tag des Buches in Hamburg-Altona vom 9. Mai.

Tag des Buches in HH-Altona

Die Hamburger Autorenvereinigung, Die Auswärtige Presse und die Pirckheimer-Gesellschaft richten in der Alfred-Schnittke-Akademie, Max-Brauer-Allee 24, am Samstag, 9. Mai 2026, den „Tag des Buches“ aus. In dessen Rahmen gibt es Vorträge, werden Bücher aus- und vorgestellt sowie getauscht. Dieses Angebot ist offen für alle Gäste. Eintritt: frei

Ich habe dort einen Stand, an dem ich u.a. mein neu erschienenes Haiku-Heft „Morgentau am Deich“ präsentiere, außerdem vier Titel aus dem Expeditions International Publishing House und im Rahmen des Pirckheimer-Treffens einige Schätze alter und schöner Bücher aus meinem Besitz nebst einigen Teilchen meiner Lesezeichensammlung. Einzelne DAP-Kollegen zeigen ebenfalls ihre Bücher an unserem Stand. Die Auswärtige Presse feiert in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen.

Mit Ralf Plenz vom Input-Verlag und Vorstand der Hamburger Autorenvereinigung gibt es ein in kleine Abschnitte unterteiltes Bühnenprogramm, in dem es – natürlich – um Bücher geht. Ralf und ich sind auch beide Pirckheimer-Mitglieder.

Das Tagesprogramm:

Zwischen 11 und 15 Uhr findet das Pirckheimer-Treffen der Region Nord statt. Zu sehen gibt es Bibliophiles, Druckkunst, lesefreundliche Typografie und Kalligrafie … – Und zu hören sind Bücherliebhaber, Sammler, Verleger, Künstler. Neben je zehnminütigen Vorträgen der Aussteller entsteht im Beiprogramm eine kostenlose Büchertauschbörse für alle Besucher und Aussteller mit maximal sieben Büchern pro Person.

In denselben Räumen veranstaltet die Hamburger Autorenvereinigung von 15.30 bis 17.30 Uhr eine Lesung:

Tiefsinnige „Perlen der Literatur“ (5 Neuerscheinungen aus dem Input-Verlag)
mit
Sibylle Hallberg
Ralf Plenz
Maren Schönfeld
Charlotte Ueckert

Podiumsgespräche und Lesung aus 80 bis 300 Jahre alten Büchern. Mit Texten von George Sand (Indiana), Jan Tschichold (Erfreuliche Drucksachen), Hermann Sudermann (Frau Sorge) und Jonathan Swift (Gullivers Reisen).

Zwischendurch gibt es von 12:00 bis 13:00 Gelegenheit, den Input-Verlag zu besichtigen.

Hamburg-Impressionen

Einladung zur Finissage mit Live-Musik und Lesung

(c) AJ PhotoArt Hamburg

Seit vielen Jahren verbindet mich eine Freundschaft mit der Künstlerin Hanna Malzahn. Illustration, Malerei, Fotografie und Druckkunst sind ihre Tätigkeitsfelder. Ich habe zu ihren Bildern Gedichte geschrieben und wir haben schon vorher bemerkt, dass wir thematische Überschneidungen in unseren Arbeiten haben. So ist das urbane Leben für uns beiden inspirierend, und unsere Werke fanden fast von allein zusammen. Unser gemeinsames Buch „Träume geistern entfesselt durch Straßen“ gibt es als Bild- und Wortband nur bei uns, nicht im Buchhandel.

Mein bester Freund Thomas Styhn, seines Zeichens Gitarrist und Komponist, komponierte und arrangierte ein Musikvideo zu meinem Buch „Töne, metallen, trägt der Fluss – eine lyrische Elbreise“, das ich zur Coronazeit in eine Onlinelesung einbaute. Auch andere Kooperationen zwischen mir und Malern/Musikern spielen für das Buch eine Rolle, aber Thomas, sein Freund Henrik Althaus (Keyboard/Flügel) und ich haben jetzt die besondere Situation, dass wir in Hamburg-Niendorf live lesen und spielen. Denn Hanna lud uns zur Vernissage einer Ausstellung ein, die sie zusammen mit ihrer Freundin AJPhotoArt aus Hamburg durchführt. Wir freuen uns alle sehr auf diesen Abend und heißen euch herzlich willkommen.

Es ist besonders für mich, dass wir den Song, den Thomas zu meinem Gedicht „Elbabend“ komponiert hat, live mit dem Gedicht zusammenbringen. Es ist auch besonders für mich, dass ich Thomas und Henrik mit ihrem Talent, stimmig und berührend Atmosphären der Bilder aufzufangen und mit Tönen fortzuführen, meine Texte zur Seite stellen darf. Und natürlich ist es wieder einmal eine Freude für mich, mit Hanna eine Veranstaltung zu haben und für einen Abend Teil dieser faszinierenden Fotowelt von AJPhotoArt und ihr sein zu dürfen.

„Hamburg Impressionen“: unter diesem Motto zeigen die Hamburger Fotokünstlerinnen AJ PhotoArt und Hanna Malzahn ihre Werke
Die beiden Hamburger Künstlerinnen Hanna Malzahn und AJ PhotoArt präsentieren einen vielfältigen Spaziergang durch ihre Heimatstadt, unter dem Motto Hamburg-Impressionen.
Die zentralen Werkzeuge beider Fotografinnen sind Licht, Schatten, Komposition und Atmosphäre, die in den stimmungsvollen Aufnahmen eingefangen wurden.
(Berenberg-Gossler-Haus)

Das Programm:

Der Eintritt ist frei.

Übrigens findet ihr das Video auch hier im Blog: https://schoenfeld.blog/bucher/eine-seite/toene-metallen-traegt-der-fluss/

Letzte Chance auch, um ein Exemplar der Restauflage des Buchs zu ergattern – bevor es demnächst neu erscheinen wird; dann mit Multimediakomponente. Lasst euch überraschen.

Kommt ihr vorbei?

Links zu AJPhotoArt und zu Hanna Malzahn

Links zu Thomas Styhn und Henrik Althaus

Einladung zur Online-Lesung am 1 .2. um 17 Uhr

Liebe Freundinnen und Freunde,

meine Literatursaison startet in diesem Jahr mit einer Online-Lesung aus der internationalen Poesie-Anthologie „Language of Water“ mit Gedichten von 62 Poeten aus 22 Ländern weltweit. Ich freue mich sehr, wieder mit einem Gedicht dabei zu sein. Alle Gedichte sind in der jeweiligen Muttersprache und auf Englisch im Buch enthalten und werden auch so vorgelesen.

Musikalisch ist wieder Thomas Styhn mit seiner Gitarre und Videos dabei, einige von euch haben ihn bei den vergangenen Online-Lesungen dieser Reihe bereits erlebt. Diese Lesungen, die wir schon aus fünf zurückliegenden Anthologien durchgeführt haben, sind zu einer Art internationalem Poesie-Familientreffen geworden. Es gibt 2026 insgesamt vier Lesungen, ich bin bei der o.g. als Lesende dabei und bei den anderen als Gast. Ihr könnt auch als Gäste dabei sein. Bitte schreibt mir dafür eine Mail an maren@schoenfeld.blog oder über das Kontaktformular, damit ich euch den Registrierungslink schicken kann.

Seid ihr dabei? 🙂

Infos zum Buch gibt es hier: http://expeditions-publishing.com/product/language-of-water/

Neu: Meine Bücher im Stader FACHmarkt

Im Stader FACHmarkt sind ab sofort meine Bücher erhältlich. Damit bin ich neben der Contor Buchhandlung, in der immer mal Titel von mir angeboten werden, nun im zweiten stationären Geschäft vertreten. Natürlich kann man meine Bücher jederzeit online oder in Buchhandlungen bestellen. Trotzdem freue ich mich, an meinem Wohn- und Schreibort im stationären Handel vertreten zu sein – nicht zuletzt, weil ich selbst gern Bücher und Sachen „in echt“ anschaue.

Sachen kommen in diesem Fall dazu, weil ich die Buchboxen jetzt als Buchtüten anbiete: Den Anfang im Fach machen die beiden Ratgeber. Zum von mir signierten Buch „Wenn du Schmerzem hast, gehe langsam“ gibt es ein Lesezeichen, zwei Poesie-Postkarten, eine Teeprobe nebst Schokotaler (beides von Tee in Stade) und einen Igelball für euer Training im Schmerzmanagement.

Das ebenfalls von mir signierte Buch „Schreib einfach!“ mit Impulsen zum kreativen und autobiografischen Schreiben und für Gedichte kommt auch mit einem Lesezeichen, zwei Postkarten, einer Teeprobe nebst Schokotaler und einem Notizheft, damit ihr sofort loslegen könnt mit dem Schreiben.

Beide Bücher nebst Beigaben werden in einer Weihnachtstüte verkauft. 🧑‍🎄

Ab Januar 26 wird der Inhalt meines Fachs monatlich wechseln – lasst euch überraschen. 😊 Vor Weihnachten kommt noch „Engelschatten“ als Geschenkversion mit Beigaben.

Im Stader FACHmarkt gibt es viel Schönes, das mit Liebe und Können künstlerisch oder in kleinen Manufakturen angefertigt wird. Feines zu trinken und zu essen, Handgearbeitetes aus Holz, Stoff und Papier, es ist ein ansprechender Laden mit sehr freundlichen Mitarbeiterinnen.

„Bleiben ist nirgends“: Rilke zum 150. Geburtstag

Viele von euch kennen den Klarinettisten Harald Maihold von meiner Lesung nach dem Kurzgeschichtenpreis der Hamburger Autorenvereinigung, die im Teehaus in den Wallanlagen stattfand. Harald hatte eine Suite komponiert, in denen er Noten nach Buchstaben meines Namens verwendete und sich pro Satz auf eins meiner Bücher konzentrierte. Uns beiden hat diese Veranstaltung große Freude bereitet.

Während ich in ganz anderen Themen steckte und mein schriftstellerisches Leben 2025 nahezu auf Eis lag, hat Harald zusammen mit seiner Frau Rahel ein wunderbares Format entwickelt, das wir euch nun präsentieren dürfen. Mein Leib- und Herzdichter Rilke, dessen Werk eine große Inspiration für mich ist, steht dabei im Mittelpunkt.

Nun kehren Harald und ich zusammen mit Rahel Rabea Holtz-Maihold sowie der Fagottistin Amy Isard ins Teehaus zurück und freuen uns auf euch, um mit einer magischen Performance aus Lyrik und Musik, gepaart mit Einblicken in Schriftstellerleben und in meine Lyrikkonzeptionen, Rilkes Geburtstag zu feiern.

„Bleiben ist nirgends“: Rainer Maria Rilke zum 150. Geburtstag
Lyrik von Rainer Maria Rilke und Maren Schönfeld
Klassische Musik für Klarinette und Fagott von Beethoven, Mozart u.a.

Teehaus in den Wallanlagen
Planten un Blomen (neben der Eisbahn)
Zeit: Dienstag, 2. Dezember 2025, 19 Uhr

Vortrag/Lesung:   Rahel Rabea Holtz-Maihold und Maren Schönfeld
Musik:  Harald Maihold (Klarinette | Bassetthorn ) und  Amy Isard (Fagott)

Am 4. Dezember 1875, vor 150 Jahren, wurde der Dichter Rainer Maria Rilke geboren, dessen Gedichte nach der Weimarer Klassik und Hölderlin als letzter Höhepunkt der deutschsprachigen Lyrik gelten. Aber auch seine Briefe und seine Übersetzungen französischer Dichter haben ihn als Schriftsteller bekannt gemacht. Mit einer Auswahl seiner Werke werden wir an diesen bedeutenden Lyriker erinnern. Auf der Suche nach der Aktualität des Dichters werden den Texten von Rilke inspirierte Gedichte aus unserer Zeit gegenüber-gestellt, die aus der Feder der Lyrikerin Maren Schönfeld stammen, die u.a. 2017 mit dem Lyrikpreis der Hamburger Autorenvereinigung ausgezeichnet wurde.

Veranstalter: AWO Landesverband Hamburg, in Kooperation mit der Hamburger Autorenvereinigung
Eintritt: 6 Euro, auch für HAV-Mitglieder
Kartenvorbestellung per E-Mail an sabine.witt@awo-hamburg.de

Neuer Bereich „Kooperationen“

Liebe Leserinnen und Leser,

an einem Sommerabend in meiner neuen Wohnung in Stade, dem Sehnsuchts- und Schreibort auf Zeit der letzten zehn Jahre und der Ort, in dem ich aufgewachsen bin, sitze ich gerade auf dem Balkon und schreibe diese Zeilen. In einer privat bis zur Schmerzgrenze belastenden Zeit gab es in diesem turbulenten Jahr 2025 bislang kaum Zeit zum Schreiben oder um mich den literarischen Projekten zuzuwenden. Langsam ordnet sich mein Leben neu und ich finde wieder Worte.

Meine Website habe ich optisch leicht umgestaltet mit einer anderen Farbgebung und moderneren Schrift. Im Menü findet ihr die Bereiche „Poesie“ und „Sachbuch“ jetzt unter dem Oberbegriff „Bücher“. Unter diesem Begriff gibt es jetzt einen neuen Bereich „Kooperationen“, in dem ich euch Projekte vorstellen möchte, an denen ich mitgewirkt habe, die jedoch nicht von mir geschriebene Bücher beinhalten. Das erste Projekt ist eine „Perle der Literatur“, unten seht ihr den Link und habt schon die letzten beiden Blogbeiträge dazu gelesen.

Das Aufmachen eines neuen Bereichs hat sich insofern gelohnt, als das Buch über Hilda van Suylenburg nicht das einzige gemeinsame Projekt mit dem Input-Verlag bleiben wird…

Lasst euch überraschen!

Podcasts zur Perle Nr. 32

Im Studio
Foto: Ralf Plenz

„Frauen, die den Ruf vernommen – Hilda van Suylenburg“ von Cécile de Jong war eine Premiere für mich, denn ich lektorierte erstmals einen Text, dessen Autorin nicht mehr lebt. Statt, wie üblicherweise, meine Vorschläge mit der Autorin zu diskutieren, waren meine Entscheidungen direkte Veränderungen des Textes, der als Band Nr. 32 der Reihe „Perlen der Literatur“ neu erscheinen würde.

Der Büchermacher und Verleger Ralf Plenz lud mich zu einem Gespräch über die Arbeit an diesem Projekt ein. Daraus wurden drei Podcastfolgen. In der ersten lese ich Vor- und Nachwort komplett vor, in der zweiten und dritten Folge sprechen wir darüber, wie aus einer ersten Idee schließlich dieser neue Band wurde. Ich freue mich, wenn Ihr mal reinhört.

Cécile de Jong: Frauen, die den Ruf vernommen, Folge 1

Cécile de Jong: Frauen, die den Ruf vernommen, Folge 2

Cécile de Jong: Frauen, die den Ruf vernommen, Folge 3

Und hier möchte ich euch noch einige Bilder zeigen, auf denen ihr sehr schön die edle Aufmachung des Buches sehen könnt – und eine glückliche Lektorin und Schriftstellerin, die zum ersten Mal das Ergebnis ihres neuesten Projekts in den Händen hält.

Fotos: Ralf Plenz

Lektorat ohne Autorin: meine starke Freundin Hilda

Ein Lektorat lebt vom Austausch zwischen Lektorin und Autorin – die eine unterbreitet Vorschläge, die andere nimmt an oder lehnt ab, nicht selten diskutieren beide miteinander. Das gibt beiden Seiten Sicherheit und stärkt im besten Fall den Text. Jedenfalls habe ich es bislang mit meiner Kundschaft so erlebt. Zum ersten Mal hatte ich mit dem Buch „Frauen, die den Ruf vernommen …“ (Originaltitel: Hilda van Suylenburg) der niederländischen Schriftstellerin Cécile de Jong van Beek en Donk (1866-1944) einen Text vor mir, den ich ohne dieses Miteinander, ohne den konstruktiven Dialog, die manchmal harten Diskussionen bearbeiten sollte und durfte. Dafür hatte ich mir den ganzen Februar nahezu freigeräumt, um in Ruhe und Stille mit Cécile gewissermaßen in einen imaginären Austausch zu gehen, mit Pausen arbeiten zu können, vielleicht auch in weitere Texte aus ihrer Feder hineinzulesen und mich mit ihrem Leben zu beschäftigen.

Die Welt aus den Fugen

Dann stürzte mein Mann am 31. Januar und schlug hart mit dem Kopf auf den Bordstein. Der Anruf erreichte mich in Stade im Parkhaus. Ich musste erst mal zu meinem besten Freund fahren, um in die Lage zu kommen, nach Hamburg zu fahren. Er und seine Frau sorgten dafür, dass ich ein Brot aß und ein Glas Wasser trank, während ich mich durch die Intensivstation telefonierte. Dann fuhr ich nach Hamburg und dort brachte mich ein guter Freund ins Krankenhaus. Mein Mann war nicht ansprechbar, was sich in den nächsten Tagen langsam verbesserte.

Meine Welt war aus den Fugen, aber ich wollte unbedingt diesen Text lektorieren und mir war klar, dass mein Mann das auch wollte und selbst seine musikalische und malerische Arbeit immer unter jeden Umständen wahrgenommen hat. Wie oft hat mich Arbeit schon in schweren Lebensphasen gerettet, mir Struktur gegeben, mich innerlich aufgebaut, mich abgelenkt vom Grübeln. So lebte ich im Februar zwei Leben: Tagsüber kämpfte ich den jeden Morgen neu beginnenden Kampf mit Pflegegradeinstufung, Kurzzeitpflegeplatz, Informationsbeschaffung, Ungewissheiten und Grübeleien und versuchte, all das von meinem Mann fernzuhalten. Abends setzte ich mich mit einem großen Becher Tee in meinen Sessel und vertiefte mich in das Buch.

Schreib-Auszeit

Es wird ein wenig stiller im ersten Halbjahr 2025. Ich gehe in eine Auszeit ohne Lesungen, Buchvorstellungen und gemeinsame Aktionen in den Bereichen Podcast und Radio. Nach den wunderbaren letzten Jahren mit vielen spannenden Begegnungen, inspirierenden Lesungen, neuen Büchern, meinen Premieren als Podcast- und Radiosendung-Mitakteurin brauche ich nun einige Monate für das Schreiben, das Nachsinnen und um Ideen zu verwirklichen.

Freut euch auf ein neues Veranstaltungskonzept mit Piano und Engeln und ein weiteres mit Klarinette und Lyrik. Freut euch auf die Neuauflage des Lyrikbands „Töne, metallen, trägt der Fluss“ mit multimedialer Komponente. Freut euch mit mir an der schöpferischen Phase und deren Ergebnissen und vielleicht einigen Überraschungen…

Bis dahin könnt ihr auf den einzelnen Seiten meiner Homepage stöbern, lesen, sehen und hören; auch mit den Links zum Büchermacher-Podcast und zur Soundcloud der Schauspielerin Kornelia Kirwald.

Ich wünsche Euch ein gutes 2025 und uns allen Frieden auf der Welt und viel mehr Liebe!