Archiv der Kategorie: Artikel und Rezensionen

Buchrezensionen und Artikel von Maren Schönfeld

Herr Fiek und die Wutwurzel

Zum Lyrikband „Global ins Affental“ von Rüdiger Stüwe

Mit einem gewissen Herrn Fiek, dessen Namen auf Ansage der Mutter in die Länge zu ziehen war – die Kinder gehorchten in diesem Fall aufs Wort – (Aufs Wort, S. 11) beginnt der Gedichtband des Lyrikers Rüdiger Stüwe aus Schleswig-Holstein. Und daran, dass die Kinder in diesem Fall gehorchten, ist sogleich zu erkennen, dass sie ansonsten eher aufmüpfig waren. Die Aufmüpfigkeit hat der Schriftsteller sich bewahrt und in seine meist kurzen, immer prägnanten Verse verstrickt. Mit wachem Verstand, scharfem Blick und einer Portion Ironie – die manchmal ins Tragische geht – betrachtet Rüdiger Stüwe sein Umfeld mit den weniger oder mehr bekannten Zeitgenossen.  Er widmet sich dem (eigenen) Älterwerden oder, nennen wir es ruhig beim Namen, dem Verfall mit tragikomischer Note: „Noch immer / sehe ich mich / hoch zu Ross / Windmühlenflügel // bekämpfend doch / meine Figur / ähnelt schon lange / Sancho Pansa.“ (Gravierende Veränderung, S. 18).

Fünf Kapitel umfasst der Gedichtband, dessen Bandbreite von freien Gedichten über Lautgedichte im Stile Jandls bis zu Kinderversen – nicht nur für Kinder – reicht. Er versammelt Aphorismen, Haiku und Limericks. Diese Formen verbindet Rüdiger Stüwe auch mit Themen des aktuellen Zeitgeschehens und bezieht Position zu von ihm empfundenen Missständen regional und global. Das stumme Paar, das jeweils zum eigenen Smartphone redselig wird und damit das Kaffeegartenpublikum erfreut (Moderne Kommunikation, S. 70); das Trumpeltier, von es dem unverblümt heißt: „ (…) Mit alternativen Fakten / bringst du den all so Beknackten / sicher nicht zu Fall. (…)“(Trumpeltier, S. 72) bis hin zum Nachbarn, der mit seinem im Wind schellenden Klangspiel die Nachbarschaft in den Wahnsinn treibt (Gegenlärm, S. 68) – Rüdiger Stüwe nimmt all das wahr und lenkt die Leseraufmerksamkeit auf diese kleinen oder auch größeren Momente und Situationen, mit denen wir alle zu tun haben und die uns angehen, ob wir wollen oder nicht.

Ich würde ihn als Realpoet bezeichnen: Rüdiger Stüwe sagt, was ist, er nimmt kein Blatt vor den Mund, er verzichtet auf Schnörkel und Brimborium, seine Sprache ist eingängig und eloquent. Oftmals habe ich gegrinst, manchmal blieb mir das Grinsen auch weg. Und wann dem Lyriker die Wutwurzel schnurzel ist, das möge der geneigte Leser selbst herausfinden (Wutwurzel schnurzel, S. 84).

 

Global ins Affental, Donat Verlag, Bremen 2018

Biografie: Geboren in der Kalten Heimat, vor den Russen geflohen mit Mutter und Bruder; verschlagen ins idyllische Heidedörfchen Schneverdingen, wo die Häuser noch nummeriert waren und die Leute sehr fromm, jedenfalls war die Kirche immer voll; das färbte nicht sehr ab, nach krummer Schullaufbahn und anschließender Flucht ins Schülerheim (in Hermannsburg) Industriekaufmann gelernt (Hanomag Hannover); eigentliche Lehre auf dem Fußballplatz und im Jugendwohnheim der Arbeiterwohlfahrt Hannover; nach der Desertation als kaufmännischer Angestellter ins Lehrfach (Deutsch und Geschichte) ging es mit der Firma bergab, zur Zeit ist sie in japanischer Hand (Kommatsu); Lehrerlaufbahn, die letzten 18 Jahre an einer Gesamtschule, überzeugter Anhänger einer gemeinsamen Schule für alle Schüler bis zum 10. Schuljahr; heute als Schriftsteller lebend in Ellerbek, Mitglied im deutschen Schriftstellerverband (VS), im Literaturzentrum e.V. Hamburg, in der Hamburger Autorenvereinigung und im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt.

Homepage: http://ruediger-stuewe.de

 

Ein Buch mit vielen Zimmern

Zum Lyrikband „Bodenkunde“ von André Schinkel

Es gibt Bücher, die ich nicht mehr aus der Hand legen möchte. Denn sie zu lesen ist, als öffneten sich neue Räume, die entdeckt, betrachtet und bewohnt werden wollen; die lebendig werden durch den neuen Bewohner, der sich in ihnen bewegt. So ein Buch ist „Bodenkunde“ des Lyrikers André Schinkel aus Halle. Seine Gedichte erschließen sich nicht schnell, sie fordern Beschäftigung, auch mehrfache, sie verlangen ihren Lesern etwas ab. Und wer sich darauf einlässt, dem öffnet sich der Sprach- und Bildkosmos des Schriftstellers Schinkel in einer Weise, die einen verändert. Ja, diese Gedichte können etwas verändern im eigenen Weltbild, sie lassen einen neuen, anderen Blick zu – beispielsweise auf Sepien, jene Tintenfische, die man womöglich überhaupt noch nie betrachtet haben mag. Im gleichnamigen Zyklus verwendet, bringt mich die Lektüre der Gedichte zunächst in die Recherche nach dem Meeresgetier, und auch wenn das nicht wichtig ist, zeigt es die sorgfältige Wahl der Metapher: In der Homöopathie wird die Substanz Sepia u. a., wenn der Kranke „eine gewisse emotionale Distanziertheit und Kühle“[1] zeigt, und auch bei Frauenleiden. Es ist nicht wichtig, um diesen starken Zyklus zu verstehen, aber es zu wissen, verleiht ihm noch mehr Tiefe als er ohnehin schon mitbringt. Heute noch Liebesgedichte schreiben, über unglückliche Lieben zumal – ein Wagnis, dünnes Eis. So vieles schon tausendfach gesagt, kaum eine Metapher, die nicht bereits irgendwo verwendet wurde. Aber bei André Schinkel ist alles neu, dicht, „rastlos und atemlos“[2], düster verzaubert durch das Sepienthema und dabei so anerlebbar, nachfühlbar, verstörend schön: „(…) Das ist es, was ich von dir behalte: das Leuchten der / Sepien-Sprossen im Rausch, im bebenden Quirlen solch / Endloser Schwärme in der Brackschicht des Wassers; (…)“[3]

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… außerhalb des Möglichen

Dieser Artikel ist bereits im Online-Magazin www.die-auswaertige-presse.de erschienen.

Zur Ausstellung von Andrea Cziesso im Bürgerhaus Niendorf

Adam und Eva

Kommt man in den Saal des Berenberg-Gossler-Hauses und wirft einen ersten Blick auf die großformatigen Bilder, ist er erste Gedanke: Klar, kenne ich – Turmbau zu Babel von Bruegel. Dann der zweite Blick: Nee, Moment, da stimmt doch was nicht! Der dritte: Oh, das ist ja raffiniert, wie hat sie das denn gemacht?! Der Turm ist eine Collage aus verschiedenen Hausfassaden.
Schon ist man mittendrin in Andrea Cziessos Welt, in diesem Fall in der Serie „Alte Meister-Nachbauten“. Dazu gehören z.B. der „Turmbau zu Babel“ von Pieter Bruegel, „Das Abendmahl“ von Leonardo da Vinci und „Das Frühstück im Grünen“ von Édourd Manet. Aber diese Bilder verschieben die Realität, sie haben verfremdete Inhalte und eine gewisse Vieldeutigkeit – sie sind in die heutige Zeit verlegt worden – mit einem Augenzwickern und mit einem gesellschaftskritischen Aspekt. So gibt es bei dem Werk „Adam und Eva“ nach Peter Paul Rubens keinen Apfel, sondern einen Coffee to go und einen Hamburger, und die Verführung findet nicht im Paradies, sondern auf einer Müllkippe statt. Antike Motive werden in die Gegenwart transportiert und erhalten so eine die Zeiten überspannende Wirkung.

Geisterhafte Wesen im verlassenen Haus

In der Serie Fotomontagen vom Olffschen Haus werden die Räume von tanzenden, schwebenden geisterhaften Wesen bevölkert. Dieses alte Haus ist seit 30 Jahren verlassen, wurde aber nie ausgeräumt. Es wirkt so, als wären die Bewohner nur mal kurz weggegangen. Andrea Cziesso hatte die Möglichkeit, zweimal im Haus zu fotografieren, und hat Lebendigkeit in die morbiden Stillleben gebracht. Ihre tanzenden und schwebenden Figuren und eine Explosion geben dem toten Ort Dynamik.

Kleine Kostbarkeiten aus vergangenen Zeiten bilden das Material für die Stillleben im Karton. Aus ihrem im Jahre 1900 erbauten Elternhaus, das vier Generationen ihrer Familie beherbergte, hat sie Gegenstände zusammengetragen und in Szene gesetzt. Zu den Stillleben hat Andrea Cziesso ein Buch mit dem Titel „Eine Hausgeschichte“ veröffentlicht.

Mystik und morbide Ästhetik

Engel

Obergeschoss des Berenberg-Gossler-Hauses finden sich zwei weitere Serien der Künstlerin. Ihre altmeisterlichen Halbportraits haben eine morbide Ästhetik. „In meiner Serie „status humanum“ möchte ich innere körperliche und seelische Zustände sichtbar machen, sozusagen das Innere nach außen kehren. Ganz plastisch können das Organe und Blutgefäße sein, aber auch die Verbildlichung geistiger Zustände wie sich kopflos fühlen, verwirrt oder besinnlich sein, oder ihre Wut herausschreiend“, erklärt Andrea Cziesso.
Die Serie Mixed Media ist eine Mischung aus Malerei und Fototechnik, die mystisch und märchenhaft anmutet. Es sind sehr poetische Arbeiten, Neuinszenierungen, die wiederum einen eigenen Kosmos darstellen.
Eindrucksvoll zeigen die im Haus sehr stimmig angeordneten Werke die große Bandbreite des Könnens der Künstlerin.

Von der Malerei zur digitalen Bildbearbeitung

Hanna Malzahn (li.) und Andrea Cziesso

Zur Vernissage am 11. Januar 19 stellte die Kuratorin des Berenberg-Gossler-Hauses, Hanna Malzahn, die Künstlerin vor und erläuterte einiges zu ihren Werken. Andrea Cziesso ist an der Elbe aufgewachsen und wohnt im schönsten Bauernhaus mit Fachwerk, Reetdach, mit Gemüsegarten und Hühnerstall. Ihre Mutter war Damenschneiderin, ihr Urgroßvater und ihre Großmutter waren Herrenschneider mit eigener Werkstatt. Das erkläre, so Hanna Malzahn, sicher die Affinität zu Kleidung, Verkleidung, Kostümen und zum Handwerk. Andrea Cziesso studierte Kostümdesign an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. Als Kostümbildnerin verbrachte sie viele Jahre an verschiedenen Theatern, u.a. zwei Jahre im Stadttheater Bamberg. Wieder im Norden, arbeitete Andrea Cziesso Anfang der 90ziger Jahre, immer noch beheimatet in der Malerei, in Druckereien und bekam so die Entwicklung der Computertechnik in der Druckvorstufe von Anfang an mit. Sie ist sozusagen von klein auf in die Digitalisierung hereingewachsen. Mit Photoshop 1.0 machte sie erste digitale Bildversuche und erkannte das Potenzial dieser Technik für die Umsetzung ihrer fantastischen, skurrilen und manchmal auch morbiden Bildideen. Ab 2003 wendete sie sich der Fotografie zu, nach anfänglichen Portraitaufnahmen entwickelte sie sehr schnell opulente Kostüminszenierungen, sie verkleidete Freunde und Verwandte undbaute sie in phantasievolle Kulissen und sonderbare Welten ein.
Visuelle Inspirationen fand und findet sie im Theater, durch Märchen, schräge Geschichten und bei den „Alten Meistern“.

Einfühlsame Musik zur Vernissage

Hanna Malzahn und Wolfgang CG Schönfeld

Auch der Komponist und Musiker Wolfgang CG Schönfeld verbindet und komponiert Altes und Neues miteinander, es finden Einflüsse klassischer wie moderner Strömungen auf der Grundlage spätklassischer und programmatischer Musik der Romantik zusammen. So passten seine instrumentalen Musikstücke zur Vernissage sehr gut zu den Bildern.

Die Ausstellung ist noch bis zum 22. Februar 19 zu sehen.

www.buergerhaus-niendorf.de
Berenberg-Gossler-Haus, Niendorfer Kirchenweg 17, 22459 Hamburg, Tel. 589 766 43
http://andreacziesso.de/

Wolfgang CG Schönfelds CD „Shadows“

 

Auf neuen Spuren

Menschen, die an chronischen Schmerzen leiden, haben nur einen begrenzten Aktionsradius. Es ist schwer, Termine wahrzunehmen, mehrere Stunden außer Haus zu sein, Wege zurückzulegen.

Das geht mir so. Das geht vielen Interessierten, die mein neues Buch „Wenn du Schmerzen hast, gehe langsam“ lesen möchten, ebenso. Aber auf Lesungen und Begegnungen verzichten? Nein, das möchte ich nicht.

Deshalb ist mein Projekt für 2019: Lernen, wie ich die Lesungen und auch ein Seminar (Austausch und befreiendes Schreiben) online machen kann. Damit wir alle gemütlich von zu Hause aus, mit dem niedrigsten möglichen Schmerzpegel, miteinander kommunizieren können.

Es wird Filme und Webinare geben. Wenn Ihr Wünsche habt, lasst es mich bitte wissen!

Es ist da! Wenn du Schmerzen hast …

… gehe langsam: Mein neues Buch, ein Herzensbuch, mein persönlichstes sicherlich und hundertprozentig autobiografisch.

Seit meinem 8. Lebensjahr habe ich chronische Schmerzen. Ich kam mit einer beidseitigen Hüftdysplasie und einseitiger Hüftluxation zur Welt und wurde für anderthalb Jahre eingegipst bzw. mit einer Spreizhose fixiert. Dadurch war es möglich, dass das Bein im Hüftgelenk verankert wurde ich und laufen lernte. Erst mit 43 Jahren erfuhr ich, dass ich zusätzlich eine Bindegewebskrankheit habe, das Hypermobilitätssyndrom. Kurz gesagt, können meine Bänder und Muskeln wegen der Bindegewebskrankheit die Defizite der Hüften, die es bis heute gibt, nicht ausgleichen. Auch die anderen Gelenken machen Probleme, weil die Bänder alle zu lax sind. Deshalb habe ich nahezu immer Schmerzen.

Mit fast 48 Jahren habe ich viele Erfahrungen, gute und schlechte, im Umgang mit meiner Krankheitssituation sammeln können. Diese möchte ich weitergeben und anderen helfen, ihre Schmerzsituation so gut wie möglich zu managen.

Vier Jahre habe ich an dem Buch geschrieben. Manchmal musste es liegen, musste ich Abstand gewinnen, konnte ich es nicht mehr sehen.  In anderen Phasen schrieb ich kontinuierlich und war im „Flow“. Kaum zu glauben, dass es jetzt erschienen ist!

Auf Facebook habe ich eine eigene Seite für das Buch eingerichtet, man kann dort auch Beiträge posten:
https://www.facebook.com/Wenn-du-Schmerzen-hast-gehe-langsam-2204661253147849/?ref=br_rs

 

Literatur mal anders: #LitCampHH in der Katharinenkirche

Das erste LiteraturCamp in Hamburg wartet mit einer breiten Themenvielfalt, Kompetenz und beeindruckender Organisation auf. In 21 Sessions konnten die Teilnehmer am Samstag Themen rund ums Schreiben, Lesen und Vermarkten erleben. Eine Halbzeitbilanz.

Mit einem vorab durchgeplanten Seminar hat das Format Barcamp nur insoweit zu tun, als es noch besser organisiert ist. Denn die Organisatoren stehen vor der Aufgabe, vor Ort vorgeschlagene Themen und Referenten mit den Interessenten zusammenzubringen und möglichst alle Sessions (45-minütige Einheiten zu einem Thema) in den Tag zu planen. Da sie vorher nicht wissen, wie viele Interessierte sich als Vortragende und wie viele als Teilnehmerinnen und Teilnehmer melden werden, ist Organisationstalent gefragt. Das hat das Orga-Team des LitCampHH, das in den Räumen der Katharinenkirche stattfindet, eindrucksvoll bewiesen: 21 Sessions wurden innerhalb von 15 Minuten in vier Räumen und fünf Zeitfenstern untergebracht. An einer Tafel und im Internet bzw. der App zum Camp konnten die Sessions jederzeit eingesehen werden.

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Der Sommer ist ja gerne mal verregnet …

… im Norden. So wie im letzten Jahr, als es so grau war, dass alle Welt sofort weite Reisen für den Sommer dieses Jahres buchte und den grauen Sommer nur mittels Freude auf die Sommerreise überstand. All diese Menschen müssen nun zum Flughafen fahren, dort lange auf das Boarding warten und auf engen Sitzen ohne Beinfreiheit in den Süden fliegen, wo es nicht so heiß ist. Ja, genau: nicht so heiß. Dieses Jahr fliegt man nicht in den Süden, um der Kälte zu entkommen, sondern um sich abzukühlen im wohltemperierten Ballermann-Areal. Während das arbeitende oder zu Hause urlaubende Volk bei mehr als 35 Grad nicht mehr im Badesee Abkühlung suchen kann, weil sich da unkontrolliert die Blaualgen vermehren. Die Hände auf der Tastatur, die Füße im kühlenden Wasserbad unterm Schreibtisch, versuche ich so schnell zu schreiben, dass meine Finger nicht festkleben. Das Telefon klingelt – ach Mist, das liegt auf der Fensterbank. Raus aus der Schüssel mit den Füßen, über den Boden glitschen, sich gerade noch abfangen und das runterfallende Telefon greifen. Da ist das Gespräch schon wieder weg. Stirn abwischen, der kleine Sprint war ja nicht ohne. Mal das Fenster öffnen? Nee, lieber nicht … kommt nur heiße Luft rein. Heiße Luft ist auch alles, was sich in meinem Kopf befindet. Die Hitze vernebelt mir das Hirn. Für mich wird es immer dann kritisch, wenn ich nicht mehr lüften kann. Also, wenn ich das Fenster öffne und keine frische Luft hereinkommt, sei es, weil gerade ein Stau vor der Tür ist und die Abgase nach oben steigen (wahlweise ersetzbar durch unter dem Fenster stehende Raucher oder Kiffer) oder weil es wärmer ist als drinnen. Dann schaltet mein Körper um. Bei Wärme auf Sommerschlaf. Dann kann ich nicht mehr denken.

Gerade sah ich einen Post in einem bekannten sozialen Netzwerk. Eine Kollegin ist gerade in Kuala Lumpur, Malaysia, und schrieb über ihre Freude, dort zu sein. Es sei nämlich nur wenige Grade wärmer als in Hamburg, die Räume seien jedoch alle gut klimatisiert. Ich glaube, ich sollte meine Reisepläne noch mal überdenken.

Das Schweigen der Mütter

zu dem Roman „Die Kuschellüge“ von Brigitte Cleve

Als die Protagonistin Laura nach fast zwanzig Jahren wieder in das Ferienhaus der Familie zurückkehrt, um dort die Haushaltsauflösung voranzutreiben, ergreifen sie traumatische Erinnerungen. Ihren Freund, der sie begleitet, weist sie aggressiv zurück. Ihr Aufenthalt in dem Haus beschert ihr ein Déjà-vu nach dem anderen, ausgelöst von Dingen wie dem Kacheldekor in der Dusche. Was war geschehen in dem einen Sommer mit Onkel Edi, der auf die damals Elfjährige aufpassen sollte? Und wer wusste davon?

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Lesetipps

Aus Leipzig mitgebracht und wärmstens empfohlen:

„Seezeichen“ von Susanne Leiste-Bruhn, Wiesenburg Verlag, Schweinfurt 2018
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„Das pure Leben spüren – Warum wir nicht viel brauchen, um glücklich zu sein“ von Barbara Messer, Gabal Verlag, Offenbach 2018
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„Stabilierte Saitenlage“, Die Liebesgedichte von Peter Gosse, mitteldeutscher verlag, Halle (Saale) 2017
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„Bodenkunde“ von André Schinkel, mitteldeutscher verlag, Halle (Saale) 2017
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„Wo Wege sich kreuzen“ – Ein Lesebuch, FDA Hamburg/Schleswig-Holstein (Hg.), elbaol verlag hamburg, Meldorf 2016

und die Literaturzeitschrift „poetin nr 24“, literaturmagazin aus dem Poetenladen zum Thema „Literatur und Wasserglas“
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außerdem die Jubiläumsausgabe der Lyrikzeitschrift  „Poesiealbum neu“ mit dem Titel „Vom Glück“, herausgegeben von der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik in Leipzig, mit Gedichten von 78 Autorinnen und Autoren.