Archiv der Kategorie: Artikel und Rezensionen

Buchrezensionen und Artikel von Maren Schönfeld

Auf neuen Spuren

Menschen, die an chronischen Schmerzen leiden, haben nur einen begrenzten Aktionsradius. Es ist schwer, Termine wahrzunehmen, mehrere Stunden außer Haus zu sein, Wege zurückzulegen.

Das geht mir so. Das geht vielen Interessierten, die mein neues Buch „Wenn du Schmerzen hast, gehe langsam“ lesen möchten, ebenso. Aber auf Lesungen und Begegnungen verzichten? Nein, das möchte ich nicht.

Deshalb ist mein Projekt für 2019: Lernen, wie ich die Lesungen und auch ein Seminar (Austausch und befreiendes Schreiben) online machen kann. Damit wir alle gemütlich von zu Hause aus, mit dem niedrigsten möglichen Schmerzpegel, miteinander kommunizieren können.

Es wird Filme und Webinare geben. Wenn Ihr Wünsche habt, lasst es mich bitte wissen!

Es ist da! Wenn du Schmerzen hast …

… gehe langsam: Mein neues Buch, ein Herzensbuch, mein persönlichstes sicherlich und hundertprozentig autobiografisch.

Seit meinem 8. Lebensjahr habe ich chronische Schmerzen. Ich kam mit einer beidseitigen Hüftdysplasie und einseitiger Hüftluxation zur Welt und wurde für anderthalb Jahre eingegipst bzw. mit einer Spreizhose fixiert. Dadurch war es möglich, dass das Bein im Hüftgelenk verankert wurde ich und laufen lernte. Erst mit 43 Jahren erfuhr ich, dass ich zusätzlich eine Bindegewebskrankheit habe, das Hypermobilitätssyndrom. Kurz gesagt, können meine Bänder und Muskeln wegen der Bindegewebskrankheit die Defizite der Hüften, die es bis heute gibt, nicht ausgleichen. Auch die anderen Gelenken machen Probleme, weil die Bänder alle zu lax sind. Deshalb habe ich nahezu immer Schmerzen.

Mit fast 48 Jahren habe ich viele Erfahrungen, gute und schlechte, im Umgang mit meiner Krankheitssituation sammeln können. Diese möchte ich weitergeben und anderen helfen, ihre Schmerzsituation so gut wie möglich zu managen.

Vier Jahre habe ich an dem Buch geschrieben. Manchmal musste es liegen, musste ich Abstand gewinnen, konnte ich es nicht mehr sehen.  In anderen Phasen schrieb ich kontinuierlich und war im „Flow“. Kaum zu glauben, dass es jetzt erschienen ist!

Auf Facebook habe ich eine eigene Seite für das Buch eingerichtet, man kann dort auch Beiträge posten:
https://www.facebook.com/Wenn-du-Schmerzen-hast-gehe-langsam-2204661253147849/?ref=br_rs

 

Literatur mal anders: #LitCampHH in der Katharinenkirche

Das erste LiteraturCamp in Hamburg wartet mit einer breiten Themenvielfalt, Kompetenz und beeindruckender Organisation auf. In 21 Sessions konnten die Teilnehmer am Samstag Themen rund ums Schreiben, Lesen und Vermarkten erleben. Eine Halbzeitbilanz.

Mit einem vorab durchgeplanten Seminar hat das Format Barcamp nur insoweit zu tun, als es noch besser organisiert ist. Denn die Organisatoren stehen vor der Aufgabe, vor Ort vorgeschlagene Themen und Referenten mit den Interessenten zusammenzubringen und möglichst alle Sessions (45-minütige Einheiten zu einem Thema) in den Tag zu planen. Da sie vorher nicht wissen, wie viele Interessierte sich als Vortragende und wie viele als Teilnehmerinnen und Teilnehmer melden werden, ist Organisationstalent gefragt. Das hat das Orga-Team des LitCampHH, das in den Räumen der Katharinenkirche stattfindet, eindrucksvoll bewiesen: 21 Sessions wurden innerhalb von 15 Minuten in vier Räumen und fünf Zeitfenstern untergebracht. An einer Tafel und im Internet bzw. der App zum Camp konnten die Sessions jederzeit eingesehen werden.

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Der Sommer ist ja gerne mal verregnet …

… im Norden. So wie im letzten Jahr, als es so grau war, dass alle Welt sofort weite Reisen für den Sommer dieses Jahres buchte und den grauen Sommer nur mittels Freude auf die Sommerreise überstand. All diese Menschen müssen nun zum Flughafen fahren, dort lange auf das Boarding warten und auf engen Sitzen ohne Beinfreiheit in den Süden fliegen, wo es nicht so heiß ist. Ja, genau: nicht so heiß. Dieses Jahr fliegt man nicht in den Süden, um der Kälte zu entkommen, sondern um sich abzukühlen im wohltemperierten Ballermann-Areal. Während das arbeitende oder zu Hause urlaubende Volk bei mehr als 35 Grad nicht mehr im Badesee Abkühlung suchen kann, weil sich da unkontrolliert die Blaualgen vermehren. Die Hände auf der Tastatur, die Füße im kühlenden Wasserbad unterm Schreibtisch, versuche ich so schnell zu schreiben, dass meine Finger nicht festkleben. Das Telefon klingelt – ach Mist, das liegt auf der Fensterbank. Raus aus der Schüssel mit den Füßen, über den Boden glitschen, sich gerade noch abfangen und das runterfallende Telefon greifen. Da ist das Gespräch schon wieder weg. Stirn abwischen, der kleine Sprint war ja nicht ohne. Mal das Fenster öffnen? Nee, lieber nicht … kommt nur heiße Luft rein. Heiße Luft ist auch alles, was sich in meinem Kopf befindet. Die Hitze vernebelt mir das Hirn. Für mich wird es immer dann kritisch, wenn ich nicht mehr lüften kann. Also, wenn ich das Fenster öffne und keine frische Luft hereinkommt, sei es, weil gerade ein Stau vor der Tür ist und die Abgase nach oben steigen (wahlweise ersetzbar durch unter dem Fenster stehende Raucher oder Kiffer) oder weil es wärmer ist als drinnen. Dann schaltet mein Körper um. Bei Wärme auf Sommerschlaf. Dann kann ich nicht mehr denken.

Gerade sah ich einen Post in einem bekannten sozialen Netzwerk. Eine Kollegin ist gerade in Kuala Lumpur, Malaysia, und schrieb über ihre Freude, dort zu sein. Es sei nämlich nur wenige Grade wärmer als in Hamburg, die Räume seien jedoch alle gut klimatisiert. Ich glaube, ich sollte meine Reisepläne noch mal überdenken.

Das Schweigen der Mütter

zu dem Roman „Die Kuschellüge“ von Brigitte Cleve

Als die Protagonistin Laura nach fast zwanzig Jahren wieder in das Ferienhaus der Familie zurückkehrt, um dort die Haushaltsauflösung voranzutreiben, ergreifen sie traumatische Erinnerungen. Ihren Freund, der sie begleitet, weist sie aggressiv zurück. Ihr Aufenthalt in dem Haus beschert ihr ein Déjà-vu nach dem anderen, ausgelöst von Dingen wie dem Kacheldekor in der Dusche. Was war geschehen in dem einen Sommer mit Onkel Edi, der auf die damals Elfjährige aufpassen sollte? Und wer wusste davon?

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Lesetipps

Aus Leipzig mitgebracht und wärmstens empfohlen:

„Seezeichen“ von Susanne Leiste-Bruhn, Wiesenburg Verlag, Schweinfurt 2018
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„Das pure Leben spüren – Warum wir nicht viel brauchen, um glücklich zu sein“ von Barbara Messer, Gabal Verlag, Offenbach 2018
„Das pure Leben spüren“ bei Amazon

„Stabilierte Saitenlage“, Die Liebesgedichte von Peter Gosse, mitteldeutscher verlag, Halle (Saale) 2017
„Stabilierte Saitenlage“ bei Amazon

„Bodenkunde“ von André Schinkel, mitteldeutscher verlag, Halle (Saale) 2017
„Bodenkunde“ bei Amazon

„Wo Wege sich kreuzen“ – Ein Lesebuch, FDA Hamburg/Schleswig-Holstein (Hg.), elbaol verlag hamburg, Meldorf 2016

und die Literaturzeitschrift „poetin nr 24“, literaturmagazin aus dem Poetenladen zum Thema „Literatur und Wasserglas“
„poetin nr 24“ bei Amazon

außerdem die Jubiläumsausgabe der Lyrikzeitschrift  „Poesiealbum neu“ mit dem Titel „Vom Glück“, herausgegeben von der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik in Leipzig, mit Gedichten von 78 Autorinnen und Autoren.

Nachlese Leipzig

Das war sie schon wieder, die Buchmesse!

Samstag hatten wir einen Tag im Hotel, während draußen der Schnee rieselte, rieselte, rieselte … nachmittags rutschten wir mit zwei Bassgitarren, Verstärker, Geräten, Kabeln und Koffer mit Büchern und CDs im Gepäck mit dem Auto zum Gohliser Schlösschen.

Zunächst stellte die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik unter der Leitung von Ralph Grüneberger die aktuellen Exemplare „Steinbrech“ und „Vom Glück“ der Lyrikzeitschrift „Poesiealbum neu vor. Es lasen mit mir Patricia Falkenburg, Heidrun Stödtler, Joachim Gräber und Andreas Reimann, der mit dem Poesiealbum neu-Lyrikpreis ausgezeichnet wurde (s. geteilten Beitrag vom 18.3.18). Wolfgang CG Schönfeld spielte seine Kompositionen und improvisierte am Solo-Bass.

Um 21 Uhr schloss der Leseabend mit der traditionellen Wiesenburg-Lesung, die von Susanne Leiste-Bruhn und ihrem neuen Buch „Seezeichen“ und von mir gestaltet wurde. Trotz der widrigen Wetterverhältnisse, einem gesperrten Hauptbahnhof und nicht mehr fahrenden Bahnen hatten sich einige interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer eingefunden und für eine angenehme und positive Atmosphäre gesorgt.

(Fotos: Wolfgang Schönfeld)

Es waren schöne Tage, vielen Dank an alle Mitwirkenden und ganz besonders an den Wiesenburg Verlag!

Tag 2 in Leipzig

Wir sind komplett eingeschneit! Und es rieselt und rieselt unermüdlich weiter …

Tag 2 auf der Messe war irrsinnig voll, aber ich habe trotzdem meine Runden durch die Hallen 2 und 4 geschafft und ein gutes Gespräch mit dem Gabal-Verlag über mein Sachbuchmanuskript geführt.

Beim elbaol verlag habe ich sogar ein Buch gewonnen! Und wurde von Ellen Balsewitsch-Oldach und Dirk-Uwe Becker mit Mineralwasser versorgt.

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Tag 1 Leipziger Buchmesse

Wie schön, wieder mal hier zu sein!

Heute habe ich als erstes die Hallen 3 und 5 besucht und den ersten Teil meines Laufplans abgearbeitet.

Natürlich galt mein erster Besuch dem Wiesenburg Verlag und meinem neuen Buch „Töne, metallen, trägt der Fluss“. Große Wiedersehensfreude mit Thomas und Werner Schmid! Ebenfalls Wiedersehensfreude gab es bei Franz Westner vom Salon Literaturverlag, der auch ganz außergewöhnlich schöne Lyrikbände in einem außergewöhnlichen Format präsentiert, aber auch Romane und andere Titel im Programm hat.

Beim Echter-Verlag war keine Lyrik ausgestellt und so konnte ich nicht schauen, ob meine Engel-Gedichte aktuell ins Programm passen. Leider war auch kein Verlagsmitarbeiter dort, aber ein anderer Herr vom christlichen Gemeinschaftsstand schenkte mir zum Trost ein TeDeum und ein Jacobsweg-Pilgernotizbuch. Danke!

Für die weitere Poesie streifte ich durch die Gänge mit weiteren kleineren Verlagen, besuchte den Poetenladen und kaufte die aktuelle „Poetin“.

BoD war wie immer gut besucht und ich wurde sehr freundlich darüber beraten, wie ich aus meinem ersten Lyrikband „mit einem Rosendorn“, 2005 als Taschenbuch erschienen, ein Hardcover machen kann. Dazu bekam ich noch ein Notizbuch geschenkt. Also auch herzlichen Dank an Books on Demand!

Beim Kelter Verlag habe ich zum zweiten Mal „meine“ Redakteurin nicht getroffen, aber jetzt habe ich eine Einladung für Hamburg! Danke also an das Verlagsteam, ich komme bestimmt demnächst einmal vorbei und löse die Einladung zum Kaffee ein.

„Wir machen Druck“ vergab großzügig Taschen mit Goodies und tatsächlich gibt es dort interessante Angebote für Werbematerial wie Postkarten. Immer interessant für mich,  weil ich an eine neue Edition Lyrikpostkarten mit meinen Gedichten denke. Geht mal vorbei dort, es gibt neben einer Dose Apfelschorle (die man wirklich gut gebrauchen kann in der trockenen Messeluft!) einen Flyer, ein Lesezeichen, den Klebezettelblock „analoger USB-Stick“ und eine frischgrüne große Tüte, die mir heute sehr gute Dienste geleistet hat … Vielen Dank!

Beim „Selfpublisher“ habe ich gleich ein reduziertes Jahresabo bestellt und das aktuelle Exemplar mitbekommen. Herumstreifend entdeckte ich den Scribo-Verlag, der ansprechende kleine quadratische Büchlein herstellt, die sich sowohl für Kurzprosa als auch für Gedichte eignen. Einmalig sind auch kleine Lesemagnete, an denen ich nicht vorbei kam, ohne zwei zu kaufen (als Lesezeichen).

Habe ich beim „Verlag für die Frau“ einen Heimvorteil als weibliches Wesen? Nö! Der Name ist uralt, es sind auch männliche Autoren willkommen – trotzdem ist der Verlag bereit, mein Manuskript „Mit Handicap zum Erfolg“ anzuschauen.

Und natürlich war ich bei der Arno Schmidt-Stiftung und las ein paar Zeilen aus Zettels Traum …

Alles in allem ein erfolgreicher, spannender und fröhlicher Tag, den ich mit meinem Brixener Lyrikfreund Gontran Peer bei einem anständigen Kuchenbüfett beschloss.

Morgen geht es noch mal los in Hallen 2 und 4 und natürlich einmal durch die Glashalle.