Die Peripherie des Lichts

Maren Schoenfeld_Peripherie des Lichts_Cover
Abbildung: Ele Runge

Nach dem thematisch auf Schmerz ausgerichteten Lyrikband „Der Boden des Dunkels“ erschien 2014 meine Sammlung „Die Peripherie des Lichts“ mit melancholischen, aber hoffnungsvollen Gedichten aus zehn Jahren (2004-2014). Die Naturgedichte sind Verse der Stille und der Einkehr, was mir sehr wichtig ist. Achtsamkeit für die Natur und unsere Welt, still werden, die heilende „Grünkraft“ (Hilegard von Bingen) wahrnehmen.

Der Umgang mit dem Umfeld bezieht auch die Menschen ein, mit denen wir zu tun haben; findet wirklicher Austausch statt? Verstehen wir uns?

Das Buch ist wie eine Reise von Nacht zu Tag zu Nacht oder vom Winter ausgehend einmal durch die Jahreszeiten.

Formell ist interessant, dass alte Formen wie das Sonett oder die Fünfzeilige Strophe ebenso enthalten sind wie freie Gedichte und konkrete Poesie.

Das Coverbild ist ein Gemälde meines Mannes Wolfgang Schönfeld. Zu diesem Gemälde habe ich das Gedicht „Standort“ geschrieben, in dem die Zeile „an der Peripherie des Lichts“ vorkommt, die wiederum Titelgeber für den Lyrikband war.

Als „Empfehlung des Monats“ hat die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik ihn im Januar 2016 vorgestellt: http://lyrikgesellschaft.de/bei-lichte-besehen/

Und was bedeutet mir eigentlich das Schreiben? Dies ist der Auftakt des Buchs:

 

Second Life

Ich schwebe

als Apostroph

überm e

hänge als

Schleife am g

singe mühelos

das hohe c

schreibe mich groß

lasse die Buch-

staben tanzen

sich verzetteln

ich wölbe

meinen Bauch zum b

recke den Hals

höher als d

lasse die Buchstaben sein

und schreibe mich klein

ich ritze

meine Narben mit w

tiefer und spritze mir

das Stiftgift in den Zeh

 

Jetzt kann ich

wieder stehen