Archiv der Kategorie: Gedanken, Reisen

Ein paar Tage Wellness in Świnoujście (Swinemünde)

Das Wahrzeichen, die kleine weiße Windmühle

Eine herrliche Woche im West Baltic Resort in Swinemünde hat mir sehr gut getan! Direkt an der – barrierearmen – Promenade gelegen, fiel die Entscheidung schwer: einen Blick aufs Meer werfen oder lieber im Spa verschwinden?

Die Promenade wird gerade ausgebaut, es gibt jetzt schon Bohlenwege bis in den Strand hinein, sodass Menschen auch mit Rollator an den Strand können. Sehr viele Bänke alle paar Meter oben am Promenadenweg laden zu Pausen ein. Für mich waren die Bänke sehr willkommen, als ich mit Trekkingstöcken unterwegs war.

 

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Auf neuen Spuren

Menschen, die an chronischen Schmerzen leiden, haben nur einen begrenzten Aktionsradius. Es ist schwer, Termine wahrzunehmen, mehrere Stunden außer Haus zu sein, Wege zurückzulegen.

Das geht mir so. Das geht vielen Interessierten, die mein neues Buch „Wenn du Schmerzen hast, gehe langsam“ lesen möchten, ebenso. Aber auf Lesungen und Begegnungen verzichten? Nein, das möchte ich nicht.

Deshalb ist mein Projekt für 2019: Lernen, wie ich die Lesungen und auch ein Seminar (Austausch und befreiendes Schreiben) online machen kann. Damit wir alle gemütlich von zu Hause aus, mit dem niedrigsten möglichen Schmerzpegel, miteinander kommunizieren können.

Es wird Filme und Webinare geben. Wenn Ihr Wünsche habt, lasst es mich bitte wissen!

Danach

Ihr Schritt ist Gleichmaß, rhythmisch knirscht der Schnee. Jedes Jahr verwandelt der Winter den See in eine endlose Ebene. Das Nordufer ist weit, auch wenn es nah scheint. Alles, was einem auf dem See begegnet, scheint nah und ist fern.

Seit einiger Zeit sieht sie eine Gestalt, die sich langsam nähert. Sie fasst die Gestalt ins Auge, weil es sonst nichts zu sehen gibt; zu hören nur die eigenen Schritte. Manchmal bleibt sie für einige Sekunden stehen. Ihr Atem steigt in kleinen Schwaden auf.

Der Weg nach Hause, obwohl es jetzt seltsam ist, es Zuhause zu nennen. Aber wie sonst? Ort, an dem sie wohnt? Haus, in dem sie lebt? Es ist verändert nach dem Aufteilen seiner Sachen. Schreibtisch und Schrank fehlen, der Schrank, in dem die Schallplatten standen. Der Schreibtisch, an dem er täglich arbeitete.
Auf dem Teppich die hellen Stellen.

Die Begegnung mit der sich nähernden Gestalt. Längst hat sie die Nachbarin erkannt. Ein kurzer Gruß und es gibt nichts mehr, an dem ihr Blick sich festhalten kann. Nur ein Flugzeug, das mit lautem Brummen den See überfliegt. Sie kann keine Flugzeuge leiden, jetzt nicht mehr. Die Phasen der Trauer, sie hat ein Buch darüber gelesen und alle durchlebt, nur beginnen sie immer wieder von vorn.

Ein Vogel kreuzt durch die Luft, kreischt und begleitet sie ein Stück. Er ist tröstlicher als die mitleidigen Gesichter ihrer Eltern mit Fragen, auf die sie keine Antwort weiß.
Das Nordufer mit seinen Häusern nimmt an Konturen zu. Sie spürt die Kälte kaum.

Das leere Haus. Sie öffnet alle Fenster und steht in der Zugluft, bevor sie alles wieder verschließt und die Heizung anstellt. Er hätte den kleinen Ofen angeheizt. Sie verzichtet darauf und kocht sich Tee. Es ist immer noch ihr Haus. Vier helle kleine Quadrate auf dem Teppich. Sein Schreibtisch ist jetzt bei seinen Eltern. Diese leere Stelle ist das Schlimmste, durchfährt es sie. Er hätte gelacht und ihr geraten, einfach etwas anderes dort hinzustellen.

Sie stellt die Teetasse ab und holt ein Schränkchen aus dem Gästezimmer. Zwei der hellen Quadrate sind nicht mehr zu sehen. Dann die große Pflanze aus dem Flur auf das dritte Quadrat. Das vierte dahinter wird vom Grün verdeckt. Nun sieht der Raum völlig anders aus.

Die Teetasse in beiden Händen, tritt sie ans Fenster. Die Bäume schneebedeckt. Dahinter der See im anbrechenden Abend.

(aus Maren Schönfeld: Leib & Lieb, MärchenFrauenMemoiren, elbaol verlag hamburg, 2009)

Der Sommer ist ja gerne mal verregnet …

… im Norden. So wie im letzten Jahr, als es so grau war, dass alle Welt sofort weite Reisen für den Sommer dieses Jahres buchte und den grauen Sommer nur mittels Freude auf die Sommerreise überstand. All diese Menschen müssen nun zum Flughafen fahren, dort lange auf das Boarding warten und auf engen Sitzen ohne Beinfreiheit in den Süden fliegen, wo es nicht so heiß ist. Ja, genau: nicht so heiß. Dieses Jahr fliegt man nicht in den Süden, um der Kälte zu entkommen, sondern um sich abzukühlen im wohltemperierten Ballermann-Areal. Während das arbeitende oder zu Hause urlaubende Volk bei mehr als 35 Grad nicht mehr im Badesee Abkühlung suchen kann, weil sich da unkontrolliert die Blaualgen vermehren. Die Hände auf der Tastatur, die Füße im kühlenden Wasserbad unterm Schreibtisch, versuche ich so schnell zu schreiben, dass meine Finger nicht festkleben. Das Telefon klingelt – ach Mist, das liegt auf der Fensterbank. Raus aus der Schüssel mit den Füßen, über den Boden glitschen, sich gerade noch abfangen und das runterfallende Telefon greifen. Da ist das Gespräch schon wieder weg. Stirn abwischen, der kleine Sprint war ja nicht ohne. Mal das Fenster öffnen? Nee, lieber nicht … kommt nur heiße Luft rein. Heiße Luft ist auch alles, was sich in meinem Kopf befindet. Die Hitze vernebelt mir das Hirn. Für mich wird es immer dann kritisch, wenn ich nicht mehr lüften kann. Also, wenn ich das Fenster öffne und keine frische Luft hereinkommt, sei es, weil gerade ein Stau vor der Tür ist und die Abgase nach oben steigen (wahlweise ersetzbar durch unter dem Fenster stehende Raucher oder Kiffer) oder weil es wärmer ist als drinnen. Dann schaltet mein Körper um. Bei Wärme auf Sommerschlaf. Dann kann ich nicht mehr denken.

Gerade sah ich einen Post in einem bekannten sozialen Netzwerk. Eine Kollegin ist gerade in Kuala Lumpur, Malaysia, und schrieb über ihre Freude, dort zu sein. Es sei nämlich nur wenige Grade wärmer als in Hamburg, die Räume seien jedoch alle gut klimatisiert. Ich glaube, ich sollte meine Reisepläne noch mal überdenken.

Nachlese Leipzig

Das war sie schon wieder, die Buchmesse!

Samstag hatten wir einen Tag im Hotel, während draußen der Schnee rieselte, rieselte, rieselte … nachmittags rutschten wir mit zwei Bassgitarren, Verstärker, Geräten, Kabeln und Koffer mit Büchern und CDs im Gepäck mit dem Auto zum Gohliser Schlösschen.

Zunächst stellte die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik unter der Leitung von Ralph Grüneberger die aktuellen Exemplare „Steinbrech“ und „Vom Glück“ der Lyrikzeitschrift „Poesiealbum neu vor. Es lasen mit mir Patricia Falkenburg, Heidrun Stödtler, Joachim Gräber und Andreas Reimann, der mit dem Poesiealbum neu-Lyrikpreis ausgezeichnet wurde (s. geteilten Beitrag vom 18.3.18). Wolfgang CG Schönfeld spielte seine Kompositionen und improvisierte am Solo-Bass.

Um 21 Uhr schloss der Leseabend mit der traditionellen Wiesenburg-Lesung, die von Susanne Leiste-Bruhn und ihrem neuen Buch „Seezeichen“ und von mir gestaltet wurde. Trotz der widrigen Wetterverhältnisse, einem gesperrten Hauptbahnhof und nicht mehr fahrenden Bahnen hatten sich einige interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer eingefunden und für eine angenehme und positive Atmosphäre gesorgt.

(Fotos: Wolfgang Schönfeld)

Es waren schöne Tage, vielen Dank an alle Mitwirkenden und ganz besonders an den Wiesenburg Verlag!

Tag 2 in Leipzig

Wir sind komplett eingeschneit! Und es rieselt und rieselt unermüdlich weiter …

Tag 2 auf der Messe war irrsinnig voll, aber ich habe trotzdem meine Runden durch die Hallen 2 und 4 geschafft und ein gutes Gespräch mit dem Gabal-Verlag über mein Sachbuchmanuskript geführt.

Beim elbaol verlag habe ich sogar ein Buch gewonnen! Und wurde von Ellen Balsewitsch-Oldach und Dirk-Uwe Becker mit Mineralwasser versorgt.

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Tag 1 Leipziger Buchmesse

Wie schön, wieder mal hier zu sein!

Heute habe ich als erstes die Hallen 3 und 5 besucht und den ersten Teil meines Laufplans abgearbeitet.

Natürlich galt mein erster Besuch dem Wiesenburg Verlag und meinem neuen Buch „Töne, metallen, trägt der Fluss“. Große Wiedersehensfreude mit Thomas und Werner Schmid! Ebenfalls Wiedersehensfreude gab es bei Franz Westner vom Salon Literaturverlag, der auch ganz außergewöhnlich schöne Lyrikbände in einem außergewöhnlichen Format präsentiert, aber auch Romane und andere Titel im Programm hat.

Beim Echter-Verlag war keine Lyrik ausgestellt und so konnte ich nicht schauen, ob meine Engel-Gedichte aktuell ins Programm passen. Leider war auch kein Verlagsmitarbeiter dort, aber ein anderer Herr vom christlichen Gemeinschaftsstand schenkte mir zum Trost ein TeDeum und ein Jacobsweg-Pilgernotizbuch. Danke!

Für die weitere Poesie streifte ich durch die Gänge mit weiteren kleineren Verlagen, besuchte den Poetenladen und kaufte die aktuelle „Poetin“.

BoD war wie immer gut besucht und ich wurde sehr freundlich darüber beraten, wie ich aus meinem ersten Lyrikband „mit einem Rosendorn“, 2005 als Taschenbuch erschienen, ein Hardcover machen kann. Dazu bekam ich noch ein Notizbuch geschenkt. Also auch herzlichen Dank an Books on Demand!

Beim Kelter Verlag habe ich zum zweiten Mal „meine“ Redakteurin nicht getroffen, aber jetzt habe ich eine Einladung für Hamburg! Danke also an das Verlagsteam, ich komme bestimmt demnächst einmal vorbei und löse die Einladung zum Kaffee ein.

„Wir machen Druck“ vergab großzügig Taschen mit Goodies und tatsächlich gibt es dort interessante Angebote für Werbematerial wie Postkarten. Immer interessant für mich,  weil ich an eine neue Edition Lyrikpostkarten mit meinen Gedichten denke. Geht mal vorbei dort, es gibt neben einer Dose Apfelschorle (die man wirklich gut gebrauchen kann in der trockenen Messeluft!) einen Flyer, ein Lesezeichen, den Klebezettelblock „analoger USB-Stick“ und eine frischgrüne große Tüte, die mir heute sehr gute Dienste geleistet hat … Vielen Dank!

Beim „Selfpublisher“ habe ich gleich ein reduziertes Jahresabo bestellt und das aktuelle Exemplar mitbekommen. Herumstreifend entdeckte ich den Scribo-Verlag, der ansprechende kleine quadratische Büchlein herstellt, die sich sowohl für Kurzprosa als auch für Gedichte eignen. Einmalig sind auch kleine Lesemagnete, an denen ich nicht vorbei kam, ohne zwei zu kaufen (als Lesezeichen).

Habe ich beim „Verlag für die Frau“ einen Heimvorteil als weibliches Wesen? Nö! Der Name ist uralt, es sind auch männliche Autoren willkommen – trotzdem ist der Verlag bereit, mein Manuskript „Mit Handicap zum Erfolg“ anzuschauen.

Und natürlich war ich bei der Arno Schmidt-Stiftung und las ein paar Zeilen aus Zettels Traum …

Alles in allem ein erfolgreicher, spannender und fröhlicher Tag, den ich mit meinem Brixener Lyrikfreund Gontran Peer bei einem anständigen Kuchenbüfett beschloss.

Morgen geht es noch mal los in Hallen 2 und 4 und natürlich einmal durch die Glashalle.

Hotel Edelweiss: Advent im Schnee am Silsersee

Außenansicht, Detail
(c) Hotel Edelweiss, Sils-Maria

Echte Winterromantik in der Vorweihnachtszeit muss man suchen – fündig wird man in Sils-Maria auf 1.800 Metern bei St. Moritz auf der Oberengadiner Seenplatte. Wo einst Nietzsche „sommerfrisch“ philosophierte, holen sich heute Winterromantiker neue Inspirationen im Schnee. Neben dem denkmalgeschützten Hotel steht das Nietzsche-Haus, wo der von Geldknappheit geplagte Dichter und Denker zeitweise ein ungeheiztes Zimmer gemietet hatte. Manchmal dinierte er im Jugendstil-Speisesaal des Hotels Edelweiss. Die Farbgebung der Außenfassade ist nach mühevoller Recherche und liebevoller Detailarbeit originalgetreu wiederhergestellt worden. Die Innenräume ziert das in der Region stark vertretene Zirbenholz, das eine gemütliche und warme Atmosphäre verleiht und sogar positive Wirkung auf die Gesundheit haben soll.

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Das Perlmutt-Mädchen

Permutt ist zum Niederknien schön. Nadja sammelt es und verliert sich in den kleinen Landschaften, Kratern, Sonnen. Nadja zerträumt Stunden, den Schoß voller Perlmutt. Sie ist Prinzessin, Fee, streift durch den Mondwald und prescht auf ihrem Schimmel über den Strand. Sie küsst Frösche, die sich in alles Mögliche verwandeln, hüllt sich in Kleider aus fein-ster Seide und isst zarte Pralinen mit göttlicher Schokolade. Nadja atmet tief ein. Die Perlmuttstücke klackern leise in ihrer Hand. Leider ist doch nur Montag.