Die erste Begegnung mit dem mächtigen Betongebäude, in dem sich die Lesesäle für Bücher und Handschriften befinden, setzte voraus, dass ich wieder den nicht ganz flachen Hügel vom Collegienhaus sozusagen als Frühsport bezwang. Dafür wurde ich mit einem ausgesprochen netten Empfang belohnt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier sind wirklich außergewöhnlich freundlich und hilfsbereit. Ich bekam meinen Leseausweis und hatte zuvor in meiner Unterkunft schon einen Wlan-Code erhalten. Nun bin ich gut ausgestattet für meine Arbeit, Recherchen auf Papier und digital. Mein schöner Arbeitsplatz direkt am Fenster bietet wunderbaren Ausblick, und so habe ich mich im Laufe des Tages manches Mal zurückgelehnt und eine Weile in den Himmel geschaut.
Natürlich nicht so lange! Denn ich war ja schließlich zum Arbeiten dort. Und ich habe von dem Bücherberg schon die Spitze abgetragen. Sehr spannend war eine Rezension über das dreibändige Werk von Ulrich Fülleborn und Manfred Engel zu den Duineser Elegien, von dem mir bisher der zweite Band fehlt. Diese Rezension stand 1983 in „The German Quaterly. a journal of the American Association of Teachers of German“. Geschrieben wurde sie von Brigitte L. Bradley. Mehrere Ausgaben waren zu einem sehr dicken Buch gebunden worden. Solche Spezialitäten gibt es hier, und eins habe ich verstanden: Das DLA hat nicht alles, sondern mehr als alles. Das begeistert mich sehr!
Meine Lektüre heute Abend sind Rilkes „Gedichte an die Nacht“ aus dem Insel-Verlag. Und überall begegnen mir Engel in seiner Poesie; weit mehr als ich dachte.



